Dietz, Marianne: Muse Macht Moneten


Medailleur/in: Marianne Dietz
Veräusserer (an Museum): Marianne Dietz

Vorderseite: Nackte weibliche Figur (Muse) nach rechts liegend wirft die Beine in die Luft. Ihr linker Arm ist hinter dem Kopf verschränkt, der rechte greift unter das linke Bein. Mit geschlossenen Augen genießt sie den Geldregen, der auf sie niedergeht.
Rückseite: Muse / macht / Moneten. Dreizeilige Aufschrift. Unten die Signatur.

Datierung: 2015

Material: Bronze
Durchmesser: 87 mm

Literatur: A. Küter - B. Weisser, Kunst prägt Geld: MUSE MACHT MONETEN. Das Kabinett 16 (2016) 197 f. Nr. C 5 a mit Abb. (dieses Stück).

Bemerkung: Beitrag zur Medaillenedition und Ausstellung MUSE MACHT MONETEN 2016. Hergestellt durch die Bildgiesserei Seiler. Die in Berlin schaffende Bildhauerin und Medailleurin Marianne Dietz greift das antike Motiv der Danaë auf. Danaë, eine argivische Königstochter, wurde von Zeus begehrt. In Form eines Goldregens ging er auf sie nieder und machte sie so zur Mutter des Helden Perseus. Solch ein 'befruchtender Augenblick' ist auch auf der Medaille von Dietz dargestellt. Die Muse lässt den Geldregen offenbar gerne über sich ergehen. Es scheint, als wolle Dietz sagen: Wenn die Muse durch Geld gelockt wird, dann 'empfängt' sie auch die hinter diesem Geld stehende Macht. Sie lässt sich gleichsam kaufen. Die Mächtigen bezirzt sie wiederum allein durch ihre weibliche Anmut und Schönheit. Der Schritt zur Kunst als Hure ist nicht mehr weit. Diese negative Bewertung ist jedoch nicht die einzig mögliche Lesart. Denkbar ist auch die Interpretation, dass der Kontakt zwischen Kunst und Geld etwas Befruchtendes ist, das neue Kunst generiert. Die Medaille könnte also auch dahingehend verstanden werden, dass Kunst aus sich heraus Geld und Erfolg hervorbringt, also um ihrer selbst geschätzt wird, ohne dass sie sich verbiegen oder anstrengen muss.

Nachweise: (DGMK-17091) Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Objektnummer 18248819

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