| Bemerkung: | Beitrag zur Edition MUSE MACHT MONETEN. - Bildliche Umsetzungen der Schlagworte Muse, Macht und Moneten bilden die Koordinaten der vorliegenden Medaillenvorderseite. Das Geld steht hier ganz wörtlich im Mittelpunkt. Als zentral positioniertes Element regiert es die Kunst gleichsam nach allen Seiten: Nach links in Bezug auf die Muse, Ausdruck der künstlerischen Kreativität, und nach rechts in Bezug auf den kommerziellen Kunstmarkt, vertreten durch den Auktionatorshammer mitsamt Block sowie diverse Kunstgegenstände. An der eingezogenen Wange und dem gespitzten Mund kann man erkennen, dass der Muse nicht hier das Geld in die Hände fällt. Vielmehr ist sie es, die dem Kunstmarkt das Geld aktiv zuspielt: Die Muse macht Moneten - und findet offenbar auch Gefallen an dieser Rolle. Stiller Indikator der Geschehens ist die Staffelei mit Preisindex im Hintergrund oben. Der Index bildet gleichsam die Überschrift: Kunst und Markt geht es gut - die Prognose ist positiv. Auf Auktionen werden auch weiterhin Rekordzahlen erzielt werden. Die Rückseite hingegen deutet vorsichtig die zwangsläufige Aporie an, in welche diese ungesunde Verquickung von Kunst, Macht und Geld hineinführt: Indem Hardegen die Vorderseite zur Rückseite um 180° verstellt, weist sie darauf hin, dass hier eine Situation eigentlich Kopf steht, verkehrt oder (überspitzt formuliert, wenngleich im Wortsinne:) pervertiert ist. Sie lässt den Geldsegen nach unten fließen, der damit moralisch entlarvt wird: Kunst wird zu Kommerz. Ausgewählt als Beitrag zur internationalen Medaillenausstellung anlässlich des 34. Kongresses der FIDEM in Namur 2016. |