Publikation
Band 24 Medaillenkunst in Köln im 20. Jahrhundert
Medaillenkunst in Köln im 20. Jahrhundert
Medaillenkunst in Köln im 20. Jahrhundert
Bilder
Das Münzkabinett im Bode-Museum Berlin zeigte vom 20. Oktober 2007 bis zum 31. Januar 2008 in einer weit angelegten Sonderausstellung nicht nur Medaillen der genannten Künstler Gies und Burgeff, sondern gibt auch einen Überblick, was rund 50 Bildhauer/Medailleure im Raum Köln im letzten Jahrhundert an Medaillen geschaffen haben.

Zu dieser Schau ist ein umfangreicher Band erschienen, der die Ausstellung hinsichtlich Umfang und Qualität der Medaillenkunst in Köln anschaulich ergänzt:

Medaillenkunst in Köln im 20. Jahrhundert.
Von Ludwig Gies bis Karl Burgeff.
Wolfgang Steguweit unter Mitarbeit von Heinz W.Müller und Gisa Steguweit.
Gebr. Mann Verlag Berlin und Staatliche Museen zu Berlin 2007
344 S. €49,-- im Buchhandel. ISBN 978-3-7861-2568-6
(für Mitglieder zum Preis von 25 Euro bei der Schatzmeisterin bestellbar)

Von 48 Künstlern sind über 950 Medaillen aufgeführt und zum großen Teil abgebildet. Angaben zu den Lebensdaten der Künstler, zu Ausstellungen, Katalogen und weiterführender Literatur ergänzen den Katalog.

Die frühe Medaillenkunst in Deutschland ist vornehmlich mit den süddeutschen Wirtschaftsmetropolen Augsburg und Nürnberg verbunden. Die Ausstellung und vor allem die Beiträge von Steguweit und Müller in der Publikation verdeutlichen, daß demgegenüber das Medaillenschaffen im Raum Köln zwar relativ spät beachtenswert geworden ist, dann aber ein vielgestaltiges Profil gewonnen hat.

Die "Kölner Werkschulen" gaben seit den 20ger Jahren als künstlerische und gewerbliche Ausbildungsstätte auch Medailleuren Ausbildung und Anregung, aber erst nach dem letzten Krieg erfolgte der eigentliche Aufschwung: 1950 kam Ludwig Gies von Berlin nach Köln und lehrte dort bis 1962. Sein wohl bedeutendster Schüler und Nachfolger war Hans Karl Burgeff. Beide haben zahlreiche kreative Künstler angezogen und für die Medaille gewonnen, so daß sich Köln als eines der bedeutendsten Zentren dieser Kunst in Deutschland etablierte.

Freilich war und ist die Medaillenszene im Raum Köln nicht nur durch Absolventen der Werkschulen bestimmt; vielmehr sind zahlreiche Künstler, die ihre Ausbildung andernorts erhalten haben, durch ihr Wirken der vielgestaltigen Kölner Szene zuzurechnen. Beide Gruppen bestimmen gemeinsam die stilistische und thematische Vielfalt der Kölner Medaillenkunst.

Ausstellung und Buch machen gleichfalls deutlich, zu welch herausragendem Standort das Münzkabinett der Staatlichen Museen Berlin auch in Sachen Medaille geworden ist, denn fast die Hälfte der abgebildeten Medaillen ist im Besitz des Münzkabinetts; auch die Medaillennachlässe von Hans Karl Burgeff und Jochem Pechau sind ihm jüngst übereignet worden.

Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß das Münzkabinett mit dem Aufbau eines interaktiven Katalogs begonnen hat; der Benutzer hat so die Möglichkeit, einzelne Stücke in großformatigen Bildern und mit Hilfe ausführlicher Beschreibungen ansehen und studieren zu können.
www.smb.museum/ikmk [drH]