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16.05.2008 |
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Nachruf auf Wilfried Fitzenreiter |
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Verleihung des Hilde-Broer-Preises in Berlin an Wilfried Fitzenreiter im Herbst letzten Jahres
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Der Bildhauer und Medailleur Wilfried Fitzenreiter verstarb am 12.4. 2008 in Berlin. |
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Wilfried Fitzenreiter, seit Gründung der DGMK aktives Mitglied, entwickelte in seinen Medaillen zur Zeit einprägsame und eindrückliche Bilder.
Mit wachem Geist und kritischer Grundhaltung gegenüber den Mächten der Welten griff er immer wieder Themen auf, die Künstler seit der Antike bewegten, Verfehlungen und Irrungen der Menschen.
Wir kennen von seiner Hand eine große Zahl hervorragender Portraitmedaillen, beseelte eindringliche Bildfindungen, die zu den großen Leistungen unserer Zeit gehören.
Fitzenreiter, 1932 in Salza im Harz geboren, begann nach einer Steinmetzlehre 1952 das Bildhauerstudium bei Gustav Weidanz und Gerhard Lichtenfeld in Halle an der Burg Giebichenstein. 1958 geht er nach Berlin zu Heinrich Drake, wird dort sein Meisterschüler. Heinrich Drake prägt seine künstlerische Haltung nachdrücklich. Wilfried Fitzenreiter beginnt, sich intensiv mit der Skulptur der frühen Epochen zu beschäftigen, seine großen Akte sind zunehmend durch strengste Formung charakterisiert.
Die Möglichkeit einer Reise nach Griechenland zu einem früheren Studienkollegen erfüllt ihm in den achtziger Jahren einen lange gehegten Traum – er erlebt die großen Stücke figürlicher Bildhauerei in der ihnen eigenen Materialität und in jenem Licht, das für die Marmorskulptur so wesentlich ist.
Anläßlich der Vergabe des Hilde-Broer-Preises 2007 durch die DGMK auf der Berliner Museumsinsel erlebten wir Wilfried Fitzenreiter so, wie wir ihn seit Jahren kannten: eindeutig in der Aussage, kritisch und doch bedacht, erfreut über die Auszeichnung.
Ich erinnere mich nicht, dass er über gesundheitliche Mängel geklagt hätte, er trug, was man eben zu tragen hatte.
Auch viele meiner jüngeren Kollegen, von denen einige ihn persönlich kannten, waren betroffen, dass er nicht mehr lebt – er hatte sie stets ermuntert, für „ihre Sache“ einzustehen. Seine kompromißlose künstlerische Haltung habe ich stets bewundert.
Traurig, daß er uns schon verlassen hat.
Bernd Göbel
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